(LWI-08-04-2008) LWB begruesst Entscheidung der Kirche von England zugunsten der Weihe von Frauen zu Bischoefinnen
Dirk-Michael Grötzsch
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Fri Aug 8 13:01:30 CDT 2008
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LWB begruesst Entscheidung der Kirche von England zugunsten der
Weihe von Frauen zu Bischoefinnen
Generalsekretaer Noko wuerdigt “vollumfaenglichere Anerkennung
der Gaben von Frauen, die zum kirchlichen Amt berufen sind”
Genf, 8. August 2008 (LWI) - Der Lutherische Weltbund (LWB) hat
die von der Generalsynode der Kirche von England vor kurzem
getroffene Entscheidung begruesst, Frauen zu Bischoefinnen zu
weihen. Diese Entscheidung berge das Potenzial, das Leben der
Kirche zu bereichern, und insbesondere “unmittelbare
Auswirkungen auf die oekumenischen Beziehungen” zwischen
lutherischen und anglikanischen Kirchen zu haben, so
LWB-Generalsekretaer Pfr. Dr. Ishmael Noko in einer Erklaerung.
Noko wuerdigte die Entscheidung der Kirche von England, da sie
den Weg zur vollumfaenglichen Anerkennung und Wertschaetzung der
Gaben von Frauen, die zum kirchlichen Amt berufen seien, ebne.
Mit Verweis auf die in lutherischen Kirchen mit dem Wirken von
Bischoefinnen gemachten Erfahrungen gab Noko der Hoffnung
Ausdruck, dass Frauen, die in der Kirche von England das
bischoefliche Amt uebernehmen, “Gaben der Leitung einbringen,
die die gesamte Anglikanische Kirchengemeinschaft bereichern”.
Die Generalsynode der Kirche von England hatte Anfang Juli im
nordenglischen York die Entscheidung getroffen, Frauen zur
Bischofsweihe zuzulassen. In verschiedenen Provinzen der
Anglikanischen Kirchengemeinschaft, unter anderem in Schottland,
den USA, Kanada, Neuseeland und juengst Australien ist die
Bischoefinnenweihe bereits eingefuehrt.
Noko verwies darauf, dass die Mitwirkung von Bischoefinnen auch
im LWB relativ jungen Datums sei - die ersten Bischoefinnen in
der lutherischen Kirchengemeinschaft wurden 1992 gewaehlt. Laut
Noko ist “inzwischen deutlich, dass die Uebernahme von
Leitungsverantwortung durch Frauen in allen Dimensionen des
ordinierten Amtes ein Segen fuer diejenigen Kirchen ist, in denen
sie sich vollzieht”.
Der Generalsekretaer bekraeftigte erneut die von den
LWB-Leitungsgremien in offiziellen Erklaerungen eingegangene
Verpflichtung im Blick auf die Frauenordination und das Wirken
von Frauen im bischoeflichen Amt. Er verwies in diesem
Zusammenhang auf die Erklaerung “Das bischoefliche Amt im
Rahmen der Apostolizitaet der Kirche”, die der Rat bei seiner
Tagung in Lund (Schweden) im Maerz 2007 verabschiedet hatte und
die auf dem Beschluss der Achten LWB-Vollversammlung in Curitiba
(Brasilien) 1990 aufbaut.
Noko stellte jedoch fest, dass, aehnlich wie in der
Anglikanischen Kirchengemeinschaft, einige Mitglieder des LWB
nicht ueberzeugt seien, dass Gott Frauen und Maenner
gleichermassen ins bischoefliche Amt berufe.
“Immer mehr zu verstehen, welchen Weg unser Glaube uns fuehrt,
ist ein Prozess, den wir gemeinsam vollziehen muessen. Zu diesem
Thema, wie auch zu anderen, um die in unseren
Kirchengemeinschaften nach wie vor Kontroversen bestehen, hat
noch niemand die noetigen Einsichten formuliert, um alle, die
andere Haltungen vertreten, zu ueberzeugen. Wir begleiten die
Kirche von England im Gebet bei ihrer Suche nach pastoralen
Mitteln, diejenigen einzubeziehen, die an Meinungen festhalten,
die nicht mit der Entscheidung der Synode uebereinstimmen”,
versicherte Noko weiter.
Er verwies auf die unmittelbaren Auswirkungen der Entscheidung
auf die oekumenischen Beziehungen zwischen anglikanischen und
lutherischen Kirchen, insbesondere die moeglichen Folgen fuer die
Porvooer Kirchengemeinschaft, zu der nordische und baltische
lutherische Kirchen sowie britische und irische anglikanische
Kirchen gehoeren, die die “Porvooer gemeinsame Feststellung”
von 1993 unterzeichnet haben. Dieses Abkommen ermoeglicht die
gegenseitige Anerkennung des ordinierten Amtes, einschliesslich
der bischoeflichen Ebene, und ermoeglicht engere Beziehungen und
eine engere Zusammenarbeit zwischen den Kirchen.
Noko stellte fest, dass die Umsetzung der “Porvooer
gemeinsame[n] Feststellung” aufgrund der Tatsache, dass die
Kirche von England das Amt von Bischoefinnen in den lutherischen
Kirchen nicht anerkannt habe, an Grenzen gestossen sei. “Die
Porvooer Kirchengemeinschaft bietet Inspiration fuer die
Beziehungen zwischen Lutheranern und Lutheranerinnen sowie
Anglikanern und Anglikanerinnen in vielen Teilen der Welt und es
ist uns eine grosse Freude, dass dieses Hindernis, das ihr die
Fuelle der Gemeinschaft vorenthielt, nun ausgeraeumt werden
kann.”
Die Erklaerung des LWB steht im Einklang mit den Stellungnahmen
verschiedener Mitgliedskirchen, unter anderem der Norwegischen
Kirche. Pfr. Dr. Olav Fykse Tveit, Generalsekretaer des Rates der
Norwegischen Kirche fuer oekumenische und internationale
Beziehungen, wuerdigte in einer Erklaerung den “bedeutenden
Schritt zur Konsolidierung der Porvooer Kirchengemeinschaft”.
Er bezeichnete den Beschluss der Kirche von England als “mutige
und reife Entscheidung im vollen Bewusstsein um den Preis, den
sie kurzfristig fordern wird”. Die Norwegische Kirche, die
bereits vor einigen Jahren einen aehnlichen Prozess durchlaufen
habe und der “durch dessen Fruechte grosser Segen” zuteil
geworden sei, werde die Kirche von England in der kommenden Zeit
mit ihrer Fuerbitte um Gottes Segen und Fuehrung begleiten,
versicherte Fykse Tveit. (695 Woerter)
Die LWB-Erklaerung finden Sie im Format PDF in englischer
Sprache auf der LWB-Webseite unter:
www.lutheranworld.org/LWF_Documents/LWF-Church_of_England_Women_bishops.pdf
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in Bereichen gemeinsamen Interesses, z. B. oekumenische und
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