(LWI 06-02-2008) LWB-Generalsekretaer begruesst Entschuldigung kanadischer Regierung an First Nations
Dirk-Michael Grötzsch
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Mon Jun 16 03:22:14 CDT 2008
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LWB-Generalsekretaer begruesst Entschuldigung kanadischer
Regierung an First Nations
Kirchen muessen sich ehrlich ihrer Verantwortung stellen
Genf, 16. Juni 2008 (LWI) - Der Generalsekretaer des
Lutherischen Weltbundes (LWB), Pfr. Dr. Ishmael Noko, hat die
oeffentliche Entschuldigung der kanadischen Regierung an die
First Nations begruesst. Die oeffentliche Entschuldigung von
Premierminister Stephen Harper stelle ein bedeutsames Anzeichen
fuer die Bereitschaft der kanadischen Regierung dar, sich mit dem
schmerzlichen Erbe der Ungerechtigkeiten gegen die indigenen
Voelker auseinanderzusetzen.
Am 11. Juni bot Premierminister Harper ehemaligen SchuelerInnen
von indianischen Internaten, die zwischen 1870 und 1970 von der
Regierung und religioesen Gruppen betrieben wurden, eine
oeffentliche Entschuldigung an und bezeichnete die „aggressive
Assimilationspolitik“ als ein trauriges Kapitel in der
kanadischen Geschichte.
In einer Erklaerung aeusserte der LWB-Generalsekretaer die
Hoffnung, dass diese Entschuldigung Kanadas wie auch die des
australischen Ministerpraesidenten Kevin Rudd im Februar dieses
Jahres dazu dienen moegen, die Anerkennung der indigenen
Bevoelkerung und ihres Leidens auch in anderen Teilen der Welt
auszuloesen.
„Eine ehrliche Pruefung der in der Vergangenheit zugefuegten
Wunden ist ein notwendiger Schritt zur Heilung der Erinnerungen.
Ich bete darum, dass diese Entschuldigungen einen Prozess der
Offenheit und der tiefer gehenden Aussoehnung zwischen indigenen
und nicht-indigenen Voelkern in Kanada und Australien einleiten
moegen“, so Noko.
Er bedankte sich bei den Leitungen der lutherischen Kirchen in
Australien und Kanada dafuer, dass sie sich oeffentlich fuer die
offiziellen Entschuldigungen ihrer jeweiligen Regierungen
ausgesprochen haetten. Dies sei ein Beleg, dass sich auch die
Kirchen fuer Aussoehnung einsetzten.
„Bei diesem Prozess muessen sich die Kirchen offen und ehrlich
ihrer Verantwortung stellen, um Heilung zu bringen und zu
erfahren“, betonte Noko. (261 Woerter)
Im Folgenden finden Sie den vollstaendigen Text der Erklaerung
von LWB-Generalsekretaer Pfr. Dr. Ishmael Noko:
Erklaerung des LWB-Generalsekretaers, Pfr. Dr. Ishmael Noko, zur
Entschuldigung der kanadischen Regierung an die First Nations
Ich begruesse die am 11. Juni 2008 vom kanadischen
Premierminister Stephen Harper veroeffentlichte Entschuldigung
fuer die Misshandlungen, die an Kindern der First Nations, der
Inuit und der Métis in staatlich finanzierten Internaten in
Kanada begangen wurden. Dieses bedeutende Zugestaendnis der
Verantwortung ist das zweite seiner Art, nachdem sich der
australische Ministerpraesident Kevin Rudd im Februar dieses
Jahres fuer politische Massnahmen entschuldigt hatte, mit denen
den Aborigines in Australien schweres Leiden zugefuegt worden
war.
Ich glaube, dass solche offiziellen Bekenntnisse von
Verantwortung und Reue nicht nur eine historische und symbolische
Bedeutung haben. Es ist der Beginn der Auseinandersetzung mit den
Ungerechtigkeiten und Haltungen der Vergangenheit - und wenn
diese nicht stattfindet, werden Leiden und Diskriminierung immer
weiter gehen. Diese Erklaerungen beweisen eine zunehmende Reife
und Bereitschaft in beiden Laendern, sich dem schmerzlichen Erbe
im Blick auf Ungerechtigkeiten gegen die indigenen Voelker zu
stellen.
Eine ehrliche Pruefung der in der Vergangenheit zugefuegten
Wunden ist ein notwendiger Schritt zur Heilung der Erinnerungen.
Ich bete darum, dass diese Entschuldigungen einen Prozess der
Offenheit und der tiefer gehenden Aussoehnung zwischen indigenen
und nicht-indigenen Voelkern in Kanada und Australien einleiten
moegen. Dankbar bin ich dafuer, dass sowohl Bischoefin Susan
Johnson, Nationalbischoefin der Evangelisch-Lutherischen Kirche
in Kanada, als auch Pfr. Michael Semmler, Praesident der
Lutherischen Kirche Australiens, die offiziellen Entschuldigungen
ihrer jeweiligen Regierungsoberhaeupter unterstuetzt und den
Einsatz der lutherischen Kirchen in Kanada und Australien fuer
das Bemuehen um Aussoehnung unterstrichen haben. Bei diesem
Prozess muessen sich die Kirchen offen und ehrlich ihrer
Verantwortung stellen, um Heilung zu bringen und zu erfahren.
Ich bete darum, dass diese Initiativen auch dazu dienen,
indigene Voelker und ihre Leiden in anderen Teilen der Welt
anzuerkennen, in denen das gegen sie veruebte Unrecht - oder
sogar ihre Existenz als Voelker - noch nicht zur Kenntnis
genommen werden.
Genf, 13. Juni 2008
* * *
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