(LWI 06-04-2008) “Gerade fuer klein =?UTF-8?Q?e=20Kirchen=20ist=20es=20wichtig, =20sich=20als=20Teil=20des=20?= Ganzen zu fuehlen”
Dirk-Michael Grötzsch
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Wed Jun 18 04:36:58 CDT 2008
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“Gerade fuer kleine Kirchen ist es wichtig, sich als Teil des
Ganzen zu fuehlen”
Argentinischer Kirchenpraesident wirbt fuer weltweites Netzwerk
aller LutheranerInnen
Genf, 18. Juni 2008 (LWI) - “Wenn es der weltweiten,
lutherischen Gemeinschaft gut geht, dann geht es auch den
Gemeinden vor Ort gut und sie wachsen”, betonte Pfr. Alan
Eldrid, Praesident der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen
Kirche (IELU) in Argentinien und Uruguay, Ende Mai in Genf.
Waehrend seines Besuchs im Genfer Generalsekretariat des
Lutherischen Weltbundes (LWB) hob Eldrid in einem Interview
gegenueber der Lutherischen Welt-Information (LWI) am 28. Mai die
Bedeutung der weltweiten Gemeinschaft fuer die LWB-Mitglieder
hervor. Insbesondere fuer kleine Kirchen wie die IELU sei es
wichtig, “zum LWB dazuzugehoeren”, so der Kirchenpraesident.
Eldrid stellte die immense Bedeutung eines ganzheitlichen
Gemeinschaftsverstaendnisses lutherischer ChristInnen heraus. Er
begruesste das veraenderte Verstaendnis von Gemeinschaft, das
sich seit der LWB-Vollversammlung 2003 im kanadischen Winnipeg
auch in dessen Namen wiederfinde: “Der Lutherische Weltbund -
eine Kirchengemeinschaft”. Daran werde deutlich, dass sich alle
LutheranerInnen auf einem gemeinsamen Weg befaenden und sich
gegenseitig begleiteten.
“Wir sollten uns selber als eine Kirche, als eine Gemeinschaft
an einem Tisch verstehen. Dem Tisch der Sakramente, dem Tisch des
Teilens, dem Tisch der Diskussionen und dem Tisch, an dem wir
gemeinsam sitzen als einem fuer alle offenen Tisch”, so Eldrid.
Ein ganzheitliches Verstaendnis der Gemeinschaft fuehre zudem zu
einer Veraenderung des Diakonieverstaendnisses. Es gehe dann
darum, “Unterstuetzer und nicht mehr Koordinator” zu sein.
“Den Menschen in Not soll geholfen werden, aber als Prozess
der Hilfe zur Selbsthilfe, sodass sie ihr Wissen anwenden
koennen, um sich zu helfen und dann auch anderen”.
“Wir profitieren sehr von der Zusammenarbeit mit dem LWB - vor
allem bei der Kampagne zur Bekaempfung von HIV und AIDS.” Als
integralen Teil der Zusammenarbeit zwischen IELU und LWB nannte
Eldrid das bereits 1986 durch den argentinischen Pfarrer Lisandro
Orlov mit Besuchen von HIV und AIDS-Betroffenen ins Leben
gerufene Projekt. “Das Programm ist konstant gewachsen und es
hilft dabei, die Kirche zu veraendern”, so Eldrid. Das durch
den LWB unterstuetzte Programm foerdere theologisches Nachdenken,
vor allem hinsichtlich der Offenheit gegenueber anderen, und
wende sich gegen Diskriminierung.
Der vor kurzem fuer weitere vier Jahre im Amt bestaetigte Eldrid
hob zudem das 2004 begonnene, anwaltschaftliche Programm der
lateinamerikanischen LWB-Mitgliedskirchen hervor, das sich mit
der Illegitimitaet von Auslandsschulden in Lateinamerika und der
Karibik auseinandersetzt. Das Programm wird von der LWB-Abteilung
fuer Mission und Entwicklung (AME) unterstuetzt und auf lokaler
Ebene koordiniert. Es hat zum Ziel, sowohl in
Entwicklungslaendern als auch in Industrielaendern das
Bewusstsein fuer die Illegitimitaet von Auslandsschulden auf den
verschiedenen kirchlichen Ebenen zu schaerfen. Das Programm sei
zwar noch jung, so Eldrid, “aber wir haben schon einiges
erreicht. Mit der Zeit wird es immer mehr bluehen und
gedeihen.”
Die heute 11.000 Mitglieder zaehlende IELU begeht am 2. November
dieses Jahres das 100. Jubilaeum der lutherischen Mission in
spanischer Sprache in ihrem Land mit einem Festakt. “Wir freuen
uns sehr ueber das Missionsjubilaeum. Die Mission in Spanisch war
ueberraschend frueh und etwas Einmaliges zu diesem Zeitpunkt”,
unterstrich Eldrid. Hoehepunkt der Feierlichkeiten werde die
oeffentliche Praesentation der Tagebuecher und Briefe des
amerikanischen Missionars Silas David Daugherty sein, die den
Beginn der Mission in Argentinien 1908 dokumentieren.
Die ersten LutheranerInnen kamen bereits in der zweiten Haelfte
des 19. Jahrhunderts aus Nordeuropa nach Argentinien. Damals
entstanden lutherische Gemeinden, in denen die Gottesdienste in
der jeweiligen Muttersprache gefeiert wurden. Infolge der
spanischsprachigen Mission fand ein Paradigmenwechsel im
Gemeindeleben statt. Von nun an wurden die Gottesdienste in der
Landessprache gefeiert und die ersten spanischsprachigen
Gemeinden gegruendet. “Das Gefuehl des Miteinanders wurde fuer
lutherische Christen und Christinnen in Argentinien durch die
Gottesdienste in der Landessprache noch verstaerkt”, stellte
Praesident Eldrid heraus.
Fuer die Zukunft wuenscht sich Eldrid, dass “das Gefuehl des
Miteinanders, das Gefuehl der Zugehoerigkeit zu einem Netzwerk
noch weiter gestaerkt wird, damit sich alle lutherischen
ChristInnen in den Gemeinden vor Ort und in der weltweiten
Gemeinschaft zuhause fuehlen.”
Die IELU, die 1948 zu einer unabhaengigen, nationalen Kirche
wurde, ist seit 1951 Mitglied im LWB. (657 Woerter)
(Das Gespraech mit Praesident Eldrid fuehrte Claudia Schubert
von der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers, die ihr
von der Evangelischen Kirche in Deutschland organisiertes
Auslandsvikariat im LWB-Buero fuer Kommunikationsdienste
absolviert.)
* * *
Der Lutherische Weltbund (LWB) ist eine Gemeinschaft
lutherischer Kirchen weltweit. 1947 in Lund (Schweden)
gegruendet, zaehlt er inzwischen 140 Mitgliedskirchen, denen rund
68,3 Millionen ChristInnen in 78 Laendern weltweit angehoeren.
Das LWB-Sekretariat befindet sich in Genf (Schweiz). Das
ermoeglicht eine enge Zusammenarbeit mit dem Oekumenischen Rat
der Kirchen (OeRK) und anderen weltweiten christlichen
Organisationen. Der LWB handelt als Organ seiner Mitgliedskirchen
in Bereichen gemeinsamen Interesses, z. B. oekumenische und
interreligioese Beziehungen, Theologie, humanitaere Hilfe,
Menschenrechte, Kommunikation und verschiedene Aspekte von
Missions- und Entwicklungsarbeit.
Die LUTHERISCHE WELT-INFORMATION (LWI) wird als
Informationsdienst des Lutherischen Weltbundes (LWB)
herausgegeben. Veroeffentlichtes Material gibt, falls dies nicht
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