LWB-Ratstagung 2008 - PRESSEMITTEILUNG NR: 11
Dirk-Michael Grötzsch
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Mon Jun 30 10:57:50 CDT 2008
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LWB-Ratstagung in Arusha (Tansania) – 25. bis 30. Juni 2008
PRESSEMITTEILUNG NR: 11
Klimawandel ist dringliche Herausforderung in nie da gewesener
Groessenordnung
LWB-Rat fordert theologische und ethische Beschaeftigung mit
Klimawandel
Arusha (Tansania)/Genf, 30. Juni 2008 (LWI) – Der Rat des
Lutherischen Weltbundes (LWB) hat auf seiner Tagung im
nordtansanischen Arusha die Mitgliedskirchen dazu aufgerufen,
sich im Bereich Klimawandel verstaerkt theologisch und ethisch
mit den Folgen des menschlichen Eingreifens in die Natur
auseinanderzusetzen. Menschen sollten eher als “Mitgeschoepfe”
mit moralischer Urteilskraft denn als “Mitschoepfer”, die
Vorrechte einfordern koennen, betrachtet werden, so die
Ratsmitglieder am Montag, 30. Juni, auf ihrer Tagung, die auf
Einladung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania (ELKT)
vom 25. bis 30. Juni in Tansania stattfindet. Die Ratsmitglieder
regten weiter dazu an, von indigenen Braeuchen und traditioneller
Weisheit zu lernen, um als Teil der Schoepfung ein nachhaltiges
Leben zu fuehren.
Die Ratsmitglieder riefen dazu auf, “den Mitgliedskirchen die
dramatische Dringlichkeit und noch nie da gewesene
Groessenordnung der Herausforderung des Klimawandels und die
Bedrohung, die er fuer die gesamte Menschheit und alle Geschoepfe
der Erde darstellt, vor Augen (zu) fuehren.”
Die LWB-Mitgliedskirchen wurden vom Rat eindringlich dazu
aufgefordert, “ueber das Klagen hinaus” sofortige und wirksame
Massnahmen zu ergreifen, insbesondere bei der Reduzierung der
Emissionen, die durch ihre institutionellen Aktivitaeten und
Taetigkeiten (auch Reisen) produziert wuerden, und nachhaltigere
Lebensstile und Verhaltensweisen ihrer Mitglieder zu foerdern.
Der LWB-Generalsekretaer und die Mitgliedskirchen wurden ersucht,
gemeinsam mit dem Oekumenischen Rat der Kirchen (OeRK) und
anderen oekumenischen und zivilgesellschaftlichen Partnern in
angemessenen Foren wie beispielsweise den demnaechst
stattfindenden Sitzungen der UN-Klimakonferenz gezielt
Anwaltschaft zu leisten. Ziel dieser Initiativen sei, eine
eindeutige politische Verpflichtungen zu erreichen, um die
CO2-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 zu
reduzieren.
Der LWB-Rat sprach sich weiterhin im Blick auf Stromerzeugung
fuer einen schnellen Uebergang von Kohle und anderen fossilen
Brennstoffen zu nicht-nuklearen erneuerbaren Energien sowie fuer
die Einfuehrung einer “Kohlenstoffsteuer” aus.
Der Generalsekretaer, die LWB-Mitgliedskirchen und die
LWB-Laenderprogramme wurden dazu aufgerufen, sich verstaerkt mit
den Auswirkungen des Klimawandels auf Entwicklung und Armut in
den schwaechsten Gemeinschaften auseinanderzusetzen. Weiterhin
sollen wirksame nationale und internationale Massnahmen fuer eine
Anpassung und Abschwaechung des Klimawandels gefoerdert werden.
Im Blick auf eine moeglicher Reduktion von CO2-Emissionen im
Zusammenhang mit LWB-Aktivitaeten wurde der LWB-Generalsekretaer
gebeten, bis spaetestens Anfang 2009 mithilfe angemessener
LWB-Projekte ein Kompensationssystem fuer die durch
LWB-Flugreisen verursachten CO2-Emissionen zu schaffen und alle
Mitgliedskirchen einzuladen, dieses Kompensationssystem fuer Ihre
Fluege zu verwenden. Darueber hinaus soll der
LWB-Generalsekretaer weitere Massnahmen ergreifen, um den
“Kohlenstoff-Fussabdruck” des LWB-Sekretariats zu reduzieren.
(400 Woerter)
* * *
An der Ratstagung des Lutherischen Weltbundes (LWB) in Arusha
(Tansania) nehmen knapp 80 VertreterInnen von
LWB-Mitgliedskirchen und Partnerorganisationen teil. Darueber
hinaus sind rund 95 weitere Teilnehmende registriert, darunter
DolmetscherInnen, Gaeste, Mitarbeitende des LWB,
PressevertreterInnen und Stewards. Der 49-koepfige LWB-Rat fuehrt
zwischen den in der Regel alle sechs Jahre stattfindenden
Vollversammlungen die Geschaefte des Weltbundes. Er tagt alle 12
bis 18 Monate. Der aktuelle Rat wurde waehrend der Zehnten
LWB-Vollversammlung im Juli 2003 im kanadischen Winnipeg
gewaehlt. Der Rat besteht aus dem Praesidenten, dem Schatzmeister
sowie Geistlichen und Laien, die ihre Regionen repraesentieren.
Die gastgebende Evangelisch-Lutherische Kirche in Tansania (ELKT)
ist die zweitgroesste lutherische Kirche in Afrika. Zu den 20
Dioezesen der ELKT gehoeren rund 4,6 Millionen Mitglieder. Die
viertgroesste lutherische Kirche weltweit gehoert seit 1964 zum
LWB. Leitender Bischof der Kirche ist Alex G. Malasusa.
Waehrend der LWB-Ratstagung erreichen Sie das LWB-Buero fuer
Kommunikationsdienste ueber den Mobilfunk-Anschluss: +255/713-480
216.
* * *
Der Lutherische Weltbund (LWB) ist eine Gemeinschaft lutherischer
Kirchen weltweit. 1947 in Lund (Schweden) gegruendet, zaehlt er
inzwischen 140 Mitgliedskirchen, denen rund 68,3 Millionen
ChristInnen in 78 Laendern weltweit angehoeren.
Das LWB-Sekretariat befindet sich in Genf (Schweiz). Das
ermoeglicht eine enge Zusammenarbeit mit dem Oekumenischen Rat
der Kirchen (OeRK) und anderen weltweiten christlichen
Organisationen. Der LWB handelt als Organ seiner Mitgliedskirchen
in Bereichen gemeinsamen Interesses, z. B. oekumenische und
interreligioese Beziehungen, Theologie, humanitaere Hilfe,
Menschenrechte, Kommunikation und verschiedene Aspekte von
Missions- und Entwicklungsarbeit.
Die LUTHERISCHE WELT-INFORMATION (LWI) wird als
Informationsdienst des Lutherischen Weltbundes (LWB)
herausgegeben. Veroeffentlichtes Material gibt, falls dies nicht
besonders vermerkt ist, nicht die Haltung oder Meinung des LWB
oder seiner Arbeitseinheiten wieder. Die mit “LWI”
gekennzeichneten Beitraege koennen kostenlos mit Quellenangabe
abgedruckt werden.
Dirk-Michael Groetzsch
German Editor
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